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(ksta) Mathe-Nacht: Rechnen bis in den frühen Morgen

Pulheim-Brauweiler - Mathematikaufgaben lösen – das ist für viele eines der größten Ärgernisse in der Schule. Anders scheint es am Abtei-Gymnasium in Brauweiler zu sein. 150 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 12 können offenbar nicht genug bekommen vom Mathe-Unterricht. Sie folgten am Freitag dem Aufruf der Klaus-Groth-Schule aus Neumünster, um als eine von 331 Schulen an einer langen Mathe-Nacht teilzunehmen.

Positive Anspannung und Vorfreude greifbar

Zum vierten Mal in Folge trug sich das Gymnasium damit ins Teilnehmerfeld ein und durfte so wieder fleißig an schwierigen Aufgaben mitgrübeln. Wer glaubt, dabei herrsche eine Ruhe, die man sonst nur bei Klausuren erlebt, der täuscht sich. Gleich beim Betreten des Schulgeländes spürt man die positive Anspannung und Vorfreude. Niemand brütet still und einsam über den Aufgaben, es geht um Teamarbeit. „Cool an der Mathe-Nacht ist, dass man alles gemeinsam lösen kann und sich zusammen berät, um möglichst schnell zu sein“, sagt Julia und erntet Zustimmung von ihren Mitstreitern.

Zu fünft haben sich die Zehntklässler an einen Tisch in einem der Chemieräume gesetzt, im Hintergrund läuft Musik, an der Tafel diskutiert ein anderer Teil des Teams, wie die Textaufgaben zu verstehen sind. Es wird aber auch viel gescherzt und gelacht. Dass es nicht immer nur um Mathe geht, vor allem nicht in dem Kontext, den man vom Unterricht gewohnt ist, macht die Sache spannend. Um 20 Uhr kommt die erste Pizza-Ladung, die Lehrer Christian Stromenger mit fünf Kollegen geordert hat. Es sollte nicht die letzte bleiben. Sofort bricht Hektik aus, auch Nervennahrung gehört zum Wettbewerb.

Manche haben Schlafsäcke dabei

Allerdings sollte man beim Kauen nicht zu viel Zeit verlieren, gilt es doch, viele Aufgaben zu lösen: „Es gibt drei Aufgabenstufen, die nacheinander gelöst werden müssen. Erst wenn wir alle Aufgaben einer Stufe am Lehrer-PC haben eingeben lassen, werden die nächsten zugesendet. Ist eine der Aufgaben falsch, sind wir alle für zehn Minuten gesperrt und können kein neues Ergebnis eingeben“, erläutert Katja. „Die Aufgaben sollten also richtig sein, man muss sich mit den anderen Gruppen absprechen“, ergänzt Katharina. Warum die Schüler allesamt Schlafsäcke dabeihaben, wird erst im Laufe der Nacht klar. „So mancher wird müde mit der Zeit, es wird ja auch viel gearbeitet“, erzählen ein paar „Wiederholungstäter“, die schon zum zweiten Mal bei der Mathe-Nacht.

Am nächsten Morgen um acht Uhr ist die Zeit abgelaufen, die Teilnehmer sind müde, die Aufgaben weitgehend gelöst und die Vorräte aufgegessen. Die nächste Mathe-Nacht kann kommen.

Quelle: http://www.ksta.de/25130398 ©2016, Philipp Bläser

Tags: Mathematik

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