Summer and the City -UNICEF-Projekt in Verona-

Mittwoch

unicef-veronaAm 21.09.2011 war es so weit: der Beginn unserer fünftägigen Reise im Namen des Comenius-Projekts "Rights, Respect and Responsibility", das Kinderrechte thematisiert. Nachdem alle pünktlich am Flughafen angekommen waren, flogen wir, Nicola, Geriet, Stefan, Daria, Frederike, Laura, Frau Epe und Frau Landgraf, nach Verona, ins zehn Grad wärmere Italien. Hier wurden wir zunächst von dem italienischen Lehrer Claudio, der auch gleichzeitig unser Taxifahrer, Verona-Guide und Dolmetscher war, auf typisch italienische Art in Empfang genommen. Ein Küsschen hier, ein Küsschen da und los ging es. Als wir durch den dort üblichen Fahrstil kräftig durchgeschüttelt im Hotel ankamen, nahmen wir erleichtert die ehemalige Knie-Rehabilitationsklinik, die nun  zum Hotel umfunktioniert worden war, ein. Ein kurzer Blick in die Zimmer, ein dem Wetter angepasster Kleidungswechsel und ab ging es zum Mittagessen ins Gnam Gnam. Glücklicherweise trafen wir einige Meter vor dem Restaurant auf die holländische Gruppe, mit deren Hilfe wir endlich nach stundenlanger Suche das Restaurant fanden. Der lange Tisch lud nach einiger Zeit des Schweigens zur freudigen Kontaktaufnahme ein. Da Claudio leidenschaftlicher Sprichwortsammler ist, analysierten wir die Floskel „Nach dem Essen sollst du ruhen oder 1000 Schritte tun“, die wir im Rahmen eines freien Nachmittags gleich in die Tat umsetzten, indem wir die Stadt (und sämtliche Markengeschäfte wie Dolce&Gabanna etc.) unsicher machten. Beim Abendessen sollten wir schließlich auf die Engländer treffen. Nach dem eine Stunde dauernden „Spaziergang“ auf die Verona-Ausgabe des Mount Everest  wurden wir durch ein erneutes vier-Gänge-Menü wieder zu Kräften gebracht: italienischer Schinken mit Brot, Champagner-Risotto, köstlich gebratenes Fleisch und Tiramisu warteten darauf in drei Stunden von uns gegessen zu werden. Diese Köstlichkeiten schienen bedauerlicherweise auch zahlreiche hungrige Einheimische anzulocken, die trotz ihrer sehr beschaulichen Größe viel anrichten konnten, wie wir am nächsten Tag anhand von spiegeleigroßen, roten, höllisch juckenden Stichen feststellen mussten.

Donnerstag

Nach viel zu wenig Schlaf und einem italienischen Frühstück bestehend aus Zwieback, Marmelade und Kaffee brachte uns der Bus ans andere Ende der Stadt zum UNICEF-Hauptsitz. Dort lernten wir die sehr freundlichen, aber leider der englischen Sprache nicht ganz mächtigen italienischen Schüler kennen. Somit waren alle Projekt-Teilnehmer komplett. In drei Gruppen mit Vertretern aus allen Nationalitäten erarbeiteten wir Fragen für die am Wochenende auf dem Tocatí-Festival anstehende Umfrage. Das Erstellen der Fragen erwies sich schwieriger als gedacht und so ging es erst einmal in die Pizzeria um die Ecke. Eine Würstl-Pizza brachte uns Deutschen die Italiener etwas näher und wir erfuhren, dass auch Italiener über ein paar Worte Deutsch verfügen. Gut gesättigt ging es anschließend zurück zu unseren Fragen, die nach einer Stunde und durch tatkräftige Unterstützung des englischen Lehrers Alec Roberts endlich fertig zur Abstimmung bereit standen. Am Abend schafften wir Deutschen es allen Vorurteilen zum Trotz nicht pünktlich zum Restaurant zu gelangen, wo die anderen bereits hungrig auf uns warteten. Doch die wundervolle Lage am Fluss und das gute Essen besänftigten alle schnell, so dass bald aus allen Ecken Englisch ertönte und nur noch international kommuniziert wurde. So nahm auch dieser Tag ein wunderschönes Ende.

Freitag

unicef-verona-logoHeute warteten italienische Studenten auf Grundschulklassen, die von ihnen zu verschiedenen Stationen in der Stadt geführt werden sollten, wo freiwillige Helfer aus ganz Italien Spiele mit ihnen spielten. Unsere Aufgabe bestand darin, die Kinder auf dem Weg zu den Stationen zu unterhalten, was sich aber angesichts unserer phänomenalen Italienisch-Kenntnisse als etwas schwierig erwies. Für den Nachmittag war eine Besichtigung von Verona geplant, bei der wir zu den wichtigsten Orten der Stadt geführt wurden: die Arena, das Haus von Julia (Romeo & Julia) und natürlich zu der Wohnung von Leonardo DiCaprio. Wir erfuhren viel über die berühmte Arena, wurden aber leider von Römern in antiken Kostümen abgelenkt, die mit Touristen fotografiert werden wollten. Das Haus von Julia war dann schon interessanter. Viele aus unserer Gruppe verewigten sich an der Wand und danach gab es dann noch genauere Erklärungen dazu.  Es folgte die offizielle Eröffnung von Tocatí. Das ist ein alljährlich stattfindendes Straßenfest für Kinder, bei dem kleine Stände über die ganze Altstadt verteilt sind und Vertreter aus den verschiedensten Ländern die Kinder zu traditionellen Spielen einladen.

Nachdem wir uns alle pünktlich getroffen hatten, mussten wir feststellen, dass wir den Großteil der Eröffnung verpasst hatten. So blieb etwas Freizeit für alle. Denn in eineinhalb Stunden gab es endlich wieder etwas zu Essen.

Samstag

Nach einem ausgiebigen Frühstück gingen wir zum UNICEF-Stand in der Altstadt. Wir halfen das Zelt aufzubauen und dann ging es in die verschiedenen Gruppen. Zwei Gruppen machten die Umfragen und eine spielte am Stand mit den vorbeikommenden Kindern. Zum Mittagessen trafen sich alle wieder am Stand und zusammen ging es zur großen Tocatí-Kantine. Hier wurden Strategien zur Durchführung der Umfrage ausgetauscht, aber es wurde auch wieder  viel  erzählt, sodass abermals fast nur Englisch zu hören war. Nach dem Essen blieb dann eine andere Gruppe am Stand und die anderen probierten die neuen, soeben erfahrenen Taktiken aus. Und es half, denn eine Gruppe kam in eineinhalb Stunden auf 29 Umfragen und hatte damit den Tagesrekord aufgestellt. Nach einem zweiten Wechsel zogen die letzten Gruppen los und zwei Deutsche durften die fertigen Fragebögen nummerieren. Wir kamen auf 186 Fragbögen. Mit diesem Wissen ging es dann zurück zum Hotel, von dem aus wir eine Stunde später wieder zum Essen loszogen. Das Restaurant war wirklich einzigartig. Eine Kirche war umgebaut worden, aber überall konnte man noch die Malereien erkennen. In der gemütlichen Atmosphäre und bei italienischer Pizza war von Müdigkeit keine Spur mehr und jeder redete mit seinem Gegenüber.

Sonntag

Mit gemischten Gefühlen, da uns allen klar war, dass dies unser letzter richtige Tag hier im wunderschönen Verona war, aber dennoch glücklich, machten wir uns nach einem entspannten Frühstück auf den Weg zum UNICEF-Stand. Während sich die erste Gruppe die ersten Stunden dort aufgehielt, um mit den Kindern zu spielen und die dritte Freizeit hatte, war die zweite ausgeschwärmt und führte weitere Umfragen durch. Als wir uns schließlich erneut auf den Weg zur Tocatí-Kantine machen wollten, kam es zum ersten Mal zu nicht erwarteten Problemen, da zwei der Engländer vermisst wurden. Claudio organisierte uns kurzfristig einen Platz in einer netten, kleinen Trattoria, zu der auch mit einigem  zeitlichen Abstand die beiden Vermissten stießen. Gut gesättigt gingen wir, bevor es wieder an die Arbeit ging, in eine original italienische Eisdiele. Auf uns warteten die leckersten Eissorten von Passionsfrucht bis Lakritz. Gut genährt machten wir uns schließlich zurück auf den Weg zum UNICEF-Stand. Im zwei Stundentakt wechselten sich die verschiedenen Gruppen mit den dort anstehenden Aufgaben ab. Nach an beiden Tagen ca. 250 durchgefühten Umfragen und vielen strahlenden Kindergesichtern gingen wir am Abend zum letzten Mal gemeinsam Essen, dieses Mal auch mit den Italienern. Das Good-Bye-Dinner im L’Orologio war gewissermaßen der krönende Abschluss dieses Projekts.

Montag

Der Abflugtag begann, wenn auch müde und ein wenig erschöpft, mit dem traditionellen Frühstück. Um 13 Uhr wurden wir von Claudio an unserem Hotel abgeholt und zum Flughafen gebracht. Ein letztes Mal konnten wir einen Blick auf die wunderschöne italienische Stadt werfen. Schließlich saßen wir im Flugzeug auf dem Weg nach Good-Old-Germany.

Daria Körber und Frederike Schäfer

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